70 Prozent der litauischen
Bevölkerung sind Katholiken. In der Zeit des
Kommunismus spielte die Kirche eine wichtige Rolle
bei der Stützung der nationalen Identität
der Litauer.
Litauen wurde als letztes Land
Europas im 14. Jahrhundert christianisiert. Im
Katholizismus Litauens, seine Bräuchen und
Vorstellungen haben sich manche Spuren
vorchristlicher Naturreligiosität erhalten.
Während der Zeit des
Kommunismus wurde die religiöse Erziehung
vielfach von der "mociute", der
Großmutter, übernommen.
Verglichen mit Westeuropa
herrscht bei der Jugend ein bemerkenswertes
Interesse an der Religion.
Zu den großen
Herausforderungen der katholischen Kirche Litauens
zählt die Umsetzung des "Zweiten
Vatikanischen Konzils" sowie die
Auseinandersetzung mit Konsummentalität und
Orientierungslosigkeit aber auch der sozialen
Frage.
Eine der Hauptaufgaben sieht
man in der Katechese und im Religionsunterricht,
den man verstärkt in die Pfarreien zu
verlagern sucht. Ganz allgemein will man die
Pfarrgemeinde als solche aufbauen und als Ort
vermitteln, wo man sich auf die Sakramente
vorbereitet - sei es Taufe, Firmung, Kommunion,
Beichte, Ehe. Entsprechende Vorbereitungskurse
sollen verbessert und strukturiert werden.
Gestärkt werden sollen das gläubige
Selbstbewusstsein der Menschen und ihr
Zusammengehörigkeitsgefühl mit der
Gemeinde.