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Die litauische Sprache
Einführung
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VERBREITUNG
Litauisch wird als Landessprache in Litauen,
als Minderheitensprache in einigen Dörfern Polens und
Weißrusslands sowie als Emigrantensprache, vor allem in den USA (mit Schwerpunkt
Chikago), gesprochen.
Neben dem
Lettischen und dem bereits
ausgestorbenen Kurisch und Ostpreußisch
zählt Litauisch zur Gruppe der
BALTISCHEN SPRACHEN und zur INDOEUROPÄISCHEN
SPRACHFAMILIE. Verwandt ist
das Litauische auch mit den germanischen und slawischen
Sprachen.
SPRACHE DER LANDBEVÖLKERUNG
Die ersten schriflichen Zeugnisse des
Litauischen stammen aus dem 16. Jahrhundert. In der Folge war
Litauisch vor allem die Sprache der Landbevölkerung. Die Stadtbevölkerung und der Adel waren
seit dem 15. Jahrhundert nämlich zunehmend polonisiert worden,
während die Juden untereinander jiddisch sprachen.
Verwaltungssprache in Litauen waren Jahrhunderte lang polnisch
und später russisch.
Im 19 Jahrhundert setzte eine Renaissance des Litauischen in den Städten ein, wobei diese Bewegung vor allem aus den
Reihen der katholischen Geistlichkeit unterstützt wurde.
Gleichzeitig verfolgten die russischen Landesherren im 19.
Jahrhundert jedoch eine Politik der gewaltsamen Russifizierung,
die in einem Verbot des litauischen
Buchdrucks gipfelte. Litauische
Bücher wurden in dieser Phase vornehmlich in Königsberg gedruckt
und ins Land geschmuggelt.
Der Anteil der litauisch-sprechenden
Bevölkerung in den Großstädten Vilnius und
Kaunas wuchs Ende des 19.
Jahrhunderts stark an. In Memel
(Klaipeda) spielte die deutsche Sprache noch bis Mitte des 20.
Jahrhunderts hinein eine starke Rolle. Während der
Besetzung der litauischen Hauptsdtadt Vilnius durch Polen kam
es dort zu einer Stärkung des Polnischen. In der
Sowjetzeit stieg die Bedeutung des
Russischen als Sprache der
Öffentlichkeit, besonders in den Städten. Seit
Wiedererlangung der Unabhängigkeit hat sich dies gründlich
geändert.
CHARAKTERISTIK
Charakteristisch für das Litauische
ist, das sich in der Sprache viele archaische
Formen des Indogermanischen erhalten
haben. Diesbezüglich kann man die Sprache mit dem
Altgriechischen oder auch dem Sanskrit vergleichen.
Litauisch ist eine stark flektierende Sprache,
frei nach dem Motto: Kaum ein Möglichkeit des Konjugierens
und Deklinierens wird ausgelassen.
Charakteristisch sind auch zahlreiche Diphtonge
(Zwielaute) und eine wechselnde Betonung von Wortsilben.
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